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Workshops! Für SEO! Für WordPress-Seiten! Von mir! Online!

Online-Workshop – SEO für WordPress-Seiten

Ihr möchtet als Übersetzerin* nicht nur für Agenturen arbeiten, sondern Direktkunden für sich gewinnen? Seien es Privatkunden für Urkundenübersetzungen oder Unternehmen? Eine Website habt ihr bereits, sie klickt nur niemand an?

Dann kommt ihr um eine Suchmaschinenoptimierung eurer Website nicht herum. Wenn ein potenzieller Kunde Suchbegriffe bei Google eingibt und ihr genau seine Anforderungen erfüllen, dann sollte eure Website auch möglichst weit oben auf seiner Trefferliste auftauchen. Wie sonst soll er wissen, dass ihr perfekt zu ihm passt, und euch eine Anfrage schicken?

Glücklicherweise können wir viele Maßnahmen, die zu einer besseren Auffindbarkeit bei Google führen, auch ohne große Vorkenntnisse selbst erledigen. Und genau die möchte ich euch in einem Online-Workshop gern zeigen!

Nach vielen Vorbereitungen und Tests ist es jetzt so weit, und ihr könnt die Teilnahme an einem solchen Workshop über das Shopsystem hier im Blog buchen. Es stehen zwei Workshops zur Verfügung:

 

Für Anfänger:

Ihr habt eure Website mit WordPress erstellen lassen und könnt allenfalls mal den Text oder ein Bild selber ändern und Updates durchführen. Ansonsten habt ihr keine Ahnung, worauf es bei der Suchmaschinenoptimierung ankommt, und habt auch noch nie ein Plug-in aus der Nähe gesehen.

  • Ich erkläre euch, was SEO überhaupt ist und wozu man Keywords, Plug-ins und ggf. anderen Schnickschnack braucht.
  • Bei der praktischen Suchmaschinenoptimierung beschränken wir uns auf die Basics: Einstellungen, SEO-Plug-in und Keywords in den Texten.

 

Für Fortgeschrittene:

Ihr habt eure Website selbst erstellt oder haben sie erstellen lassen, pflegt sie aber selbst. Ihr seid in der Lage, neue Unterseiten anzulegen, Bilder hochzuladen und ein Plug-in zu installieren. Nun will eure Website nur noch besser gefunden werden!

  • Ich erkläre nichts weiter, wir gehen gleich an die praktische Arbeit. Gemeinsam zeige ich euch im Dashboard, an welchen Schrauben ihr drehen könnt und solltet, damit eure Website bei Google besser gefunden wird. Wir verbessern den Pagespeed, optimieren Bilder und Texte und gehen dabei auch ans Eingemachte.

 

Voraussetzungen für beide Workshops:

  • bestehende Website, die mit WordPress erstellt wurde
  • Zugangsdaten zum Dashboard dieser Website (zu erreichen unter domain.de/wp-admin, ihr braucht Benutzernamen und Passwort
  • ihr müsst Admin-Rechte haben (ggf. mit der*dem Ersteller Ihrer Website abklären)
  • macht vorher unbedingt ein Back-up und speichert es auf der Festplatte!

Ein Workshop dauert ca. 2 Stunden. Die Teilnehmerzahl ist auf 10 pro Sitzung beschränkt. Zwar sind die Workshops auch für andere Dienstleister als Übersetzerinnen geeignet, alle Beispiele, Tipps und Maßnahmen sind jedoch auf Übersetzerinnen zugeschnitten. Wir arbeiten alle zusammen live an unseren Seiten. Ihr könnt aber natürlich auch einfach nur zuhören, euch Notizen machen und Maßnahmen später in Ruhe selber umsetzen. Ich habe eine Workshop-Website erstellt, mit der ich euch die Umsetzung der Maßnahmen nicht nur zeigen kann, sondern die auch alles Gelernte in Stichpunkten zum späteren Nachlesen enthält.

Technisches:

Der Workshop findet über Zoom statt. Ihr könnt über das Shopsystem ein Ticket kaufen, erhaltet automatisch eine Rechnung sowie den Link zur Zoom-Meeting. Beides findet ihr nach dem Kauf auch in eurem Kundenkonto, das ihr deshalb anlegen müsst.

Weitere Termine folgen! Hier geht’s zum Kaufen: https://www.xn--berleben-als-bersetzer-rlcn.de/kaufen/

 

*Männer sind, wie immer, mitgemeit.

Wie viel kann ich für eine Übersetzung verlangen?

Ihr macht euch keine Vorstellung, wie oft ich E-Mails von Kolleg*innen erhalte mit der Beschreibung eines Projekts und der Frage, wie viel sie dafür berechnen sollen.

Hier also meine pauschale Antwort:

Unabhängig davon, um welche Textsorte und welche Sprachkombination es geht, schätzt ihr immer ab, wie lange ihr für das Projekt brauchen werdet. Natürlich ist das manchmal etwas schwer einzuschätzen; zur Not arbeitet ihr exakt eine Stunde an der Übersetzung, zählt nach, wie viele Wörter/Zeilen ihr in der Zeit geschafft habt, und rechnet die Zahl dann auf das gesamte Projekt hoch. Und schlagt 20 % drauf, weil ihr eure Übersetzung ja anschließend sicherlich noch durcharbeitet, und auch das kostet Zeit. Wenn ihr also in einer Stunde 500 Wörter schafft und einen Stundensatz von 50 Euro habt, braucht ihr für 10.000 Wörter 20 Stunden und berechnet 1.200 Euro (20 Stunden plus 20 %).

Ihr wollt konkretere Zahlen? Das ist echt schwierig, weil ein Wortpreis, wie ihr wisst, immer mindestens von Textsorte und Sprachkombination abhängt, aber auch davon, ob es sich um einen Privatkunden handelt oder Geschäftskunden oder eine Agentur, ob der Text unter eurem Namen veröffentlicht wird, ob ihr den Text selbst Korrektur lesen lasst (dann kommen noch die Kosten für die/den Korrekturleser*in hinzu und ein bisschen für euer Projektmanagement) …

Ihr wollt trotzdem konkrete Zahlen?

Ist ja gut. Für Fachtexte ist ein gutes Maß immer das JVEG. Demnach sind für gängige Sprachen 1,80 Euro pro Zeile (55 Zeichen im Zieltext) zu berechnen. Da das ein Satz für eine Übersetzung für Endkund*innen ist, würde ich davon ausgehen, dass ihr von diesem Satz die*den Korrekturleser*in bezahlt. Das wären dann Pi mal Daumen so um die 40 Euro pro Seite allein für die Übersetzung.

Bei Romanübersetzungen kann man sich nach dem VdÜ richten; demnach liegt der „übliche Satz“ für die Übersetzung einer Seite aus dem Englischen ins Deutsche bei runden 18 Euro. Nur für die Übersetzung; Lektorat und Korrektorat kommen noch hinzu.

Schwierig finde ich persönlich immer die Berechnung für die Übersetzung eines Fachbuchs. Wenn ihr mich fragt, würde ich dafür ein Ding zwischen Fach- und Romanübersetzung ansetzen und von 25–30 Euro pro Seite (1.800 Zeichen) ausgehen, abhängig davon, wie fachspezifisch das Buch ist. Plus Lektorat und Korrektorat, sofern ihr das im Paket anbietet.

Nun wollt ihr wissen, wie viel ihr für Lektorat und Korrektorat ansetzen sollt, stimmt’s?

Kommt drauf an … Bei Romanen könnt ihr mit 5–6 Euro pro Seite für das Lektorat und 2–3 Euro für das Korrektorat rechnen. Lektorat ist hierbei definiert als: Die*der Lektor*in liest das Buch, so wie es ein*e Leser*in lesen würde, ebnet Stellen, über die sie*er stolpert, poliert den Stil, vergleich aber nicht Satz für Satz mit dem Original. Korrektorat ist definiert als: nur Tipp-, Rechtschreib- und Grammatikfehler korrigieren. Bei einem Fachtext braucht ihr eher eine*n andere*n Kolleg*in, die*der Original mit Übersetzung vergleicht; hierfür setzt man üblicherweise den halben Wort- oder Zeilenpreis der Übersetzung an. Wenn ihr also Kund*innen 1,80 Euro pro Zeile in Rechnung stellt, sind 1,25 Euro davon für euch und 0,60 Euro fürs Korrekturlesen.

Zur Berechnung eines angemessenen Stundensatzes spuckt Google eine Menge Ergebnisse aus. Eine Möglichkeit wäre dieser Rechner. Ich würde von mindestens 50 Euro pro Stunde ausgehen, 70–80 wären angebrachter, und nach oben hin sind kaum Grenzen gesetzt. Immer zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer.

Disclaimer: Das sind die Zahlen, die ICH persönlich ansetzen würde. Wenn ihr mich also fragt, wie ICH einen Text berechnen würde, wäre das meine Antwort. Ich erhebe nicht den Anspruch, das Maß aller Dinge zu sein.

Bitte kauft bei Amazon!

Ja, ich weiß, der Tenor ist, Bücher nicht bei Amazon zu bestellen, sondern in der Buchhandlung vor Ort zu kaufen. Bei Selfpublishern, zumindest bei jenen, die über KDP von Amazon veröffentlichen, verhält es sich jedoch anders.

Als Rechenbeispiel mein Buch:

19,90 Euro Verkaufspreis minus 7 % Umsatzsteuer bleiben 18,60 Euro. Wird das Buch über den lokalen Buchhandel (oder Thalia oder so) bestellt, bekommt dieser die üblichen 30 % Buchhänderrabatt, also 5,58 Euro, die von den 18,60 Euro abgezogen werden. Ebenfalls abgezogen wird das Porto (ich habe als Brief versendet, weil’s schneller geht als Büchersendung, aber nehmen wir mal das Porto für eine Büchersendung) in Höhe von 1,90 Euro, die Kosten für die Versandtasche in Höhe von 40 Cent und das Buch selbst, das ich zu 100 Stück in Polen habe drucken lassen, was ca. 5 Euro pro Exemplar gekostet hat.

Macht also:

19,90 Euro

– 1,30 Euro Umsatzsteuer

– 5,58 Euro Buchhänderrabatt

– 1,90 Euro Porto

– 0,40 Euro Versandtasche

– 5,00 Euro Buch

___________________

5,80 Euro, die für mich bleiben.

Bei Amazon bekomme ich pro verkauftem Exemplar 6,62 Euro – und dafür muss ich keine Rechnung schreiben (also, nicht pro Buch, pro Monat schon) und auch nicht zum Briefkasten laufen.

Ergo: Kauft Bücher von Selfpublishern bitte nicht über den lokalen Buchhandel, sondern entweder beim Autor direkt oder bei Amazon.

Ich für meinen Teil habe auch deshalb den Versand meines Buchs komplett eingestellt und man kann es nur noch bei Amazon bestellen.

X Tipps, wie Sie garantiert keine Aufträge erhalten – oder Kunden nach dem ersten Auftrag vergraulen

Viele freiberufliche Übersetzerinnen (Männer sind mitgemeint) können von ihrer Tätigkeit nicht leben. Wenn Sie auch an der Armutsgrenze rumkrebsen und nie auf einen grünen Zweig kommen wollen, hier die ultimativen Tipps:

  • Sparen Sie sich die Website. Wo kämen wir denn dahin, wenn jeder einfach nachlesen könnte, wer Sie sind, was Sie anbieten und wie Sie zu erreichen sind? Außerdem kostet eine Website ja Geld und/oder unbezahlte Arbeitsstunden. Braucht kein Mensch.
  • Seien Sie nicht erreichbar. E-Mails am Smartphone empfangen und womöglich zeitnah beantworten? Iwo! Warten Sie mindestens einen Tag, dann ist der Auftrag ganz bestimmt anderweitig vergeben.
  • Wenn Sie Ausschreibungen beantworten, wenn zum Beispiel eine Kollegin in einer Facebook-Gruppe nach jemandem sucht, antworten Sie auf gar keinen Fall per E-Mail, nur weil die suchende Kollegin darum bittet, sondern immer per Privatnachricht oder Kommentar. Immer wieder gern genommen sind auch Freundschaftsanfragen. Verfassen Sie Ihre Antwort so knapp wie möglich! „Ich hätte Zeit“ reicht völlig aus; niemand will wissen, warum Sie für gerade diesen Text geeignet sind und welche Fachkenntnisse Sie vorweisen können. Und wenn doch, soll die Kollegin gefälligst nachfragen! Die kann schließlich froh sein, dass Sie überhaupt Zeit haben!
  • Geben Sie konkrete Angebote auf Anfragen ab, ohne den Text gesehen zu haben. Oder noch besser: Fragen Sie den Kunden, was er zahlt. Da hört man doch gleich den Profi heraus! Und ein Profi kann schließlich alles, einschließlich hellsehen!
  • Nennen Sie anfragenden Direktkunden unbedingt Zeilenpreise. Kunden, die sonst nie etwas mit Übersetzungen zu tun haben, finden es total super, sich vor Auftragsvergabe lange damit zu beschäftigen, wie man die Zeilen berechnet und was die Übersetzung denn nun am Ende kosten wird. Und zählen Sie die Zeilen unbedingt im Zieltext, um die Rechnung für den Kunden noch undurchsichtiger zu machen.
  • Wenn der Kunde Ihnen wider Erwarten den Auftrag erteilt, bestätigen Sie diesen auf keinen Fall. Der kann ruhig ein bisschen zittern. Außerdem haben Sie so immer das Schlupfloch, einfach zu behaupten, Sie hätten den Auftrag gar nicht angenommen und müssten deshalb auch nicht liefern.
  • Wenn Sie den Auftrag denn doch erledigen, freuen sich gerade Direktkunden ganz besonders, wenn Sie mehrere Übersetzungsvorschläge für ein und denselben Satz liefern, damit er sich die beste Version aussuchen kann. Auch, wenn er die Zielsprache gar nicht spricht. Machen Sie das bei jedem einzelnen Satz. Schließlich ist es sein Text und er soll die Wahl haben!
  • Stellen Sie bloß keine Fragen zum Text. Übersetzen Sie einfach, was da steht, ohne nachzudenken. Wenn das Ergebnis am Ende unbrauchbar ist, ist das ja nicht ihr Problem.
  • Deadlines sind was für Anfänger. Wenn der Kunde sagt, er brauche die Übersetzung bis Donnerstag, meint er natürlich Donnerstag um 23.59 Uhr. Liefern Sie auf keinen Fall früher! Gerne sollten Sie die Deadline auch überziehen; ohne den Kunden im Vorfeld darüber zu informieren, versteht sich. Ist nicht Ihr Problem, dass er es eilig hat.
  • Lassen Sie jede Kritik an sich abprallen. Schieben Sie die Schuld immer auf den Kunden oder den Text oder die Technik oder was weiß ich. Sie können nichts dafür! Egal, worum es geht. Belehren Sie den Kunden ausführlich darüber, was er alles verkehrt gemacht hat, sodass Sie gar nicht anders handeln konnten und Ihre Fehler deshalb seine Schuld sind. Wählen Sie dafür gerne einen höhnischen Tonfall.
  • Legen Sie sich eine Attitüde zu und lassen Sie diese raushängen. Sie sind Künstlerin! Und niemand versteht Künstler! Weil alle anderen Banausen sind! Und da andere Sie als Künstlerin eh nicht verstehen, müssen Sie auch nichts erklären. Seufzen Sie bei Nachfragen einfach und reagieren Sie möglichst angepisst und überheblich.
  • Noch besser: Stellen Sie sich tot. Das ist praktisch jederzeit möglich: Bei der Anfrage, bei der Auftragserteilung, mitten in der Auftragsbearbeitung, bei Kritik … Totstellen wirkt immer.
  • Lästern Sie über Kolleginnen und Kunden. Am besten öffentlich, aber auch gern beim Kunden. Machen Sie Kolleginnen schlecht, lästern Sie über den beschissenen Text des Kunden, völlig egal. Hauptsache, Sie ziehen ordentlich über andere her. Darüber lacht man doch gerne!
  • Betonen Sie dem Kunden gegenüber bei jeder Nachfrage nach Lieferung des Textes immer wieder, dass Sie überhaupt gar keine Zeit haben, weil sich auf Ihrem Schreibtisch die Arbeit stapelt. Kunden finden es total super, wenn sie merken, dass sie nur einer von vielen sind und auf sie und ihre Wünsche nicht eingegangen wird. Lassen Sie sich nichts anderes einreden! Sie müssen immer einen total beschäftigten und gestressten Eindruck machen. Auch wenn Sie eigentlich nur Däumchen drehen und den Kunden auflaufen lassen möchten.
  • Pochen Sie auf sofortige Begleichung der Rechnung und machen Sie einen Riesenaufstand, wenn Ihnen Ihre Bank 2 Cent Gebühren berechnet. Das hätte der Kunde schließlich vorher wissen müssen, auch wenn es Ihre Bank ist, und hätte die Gebühren gleich mitüberweisen müssen! Und 2 Cent sind viel Geld! Nur weil Sie permanent wahnsinnig beschäftigt sind, heißt das ja nicht, dass Sie auf 2 Cent verzichten können!

Befolgen Sie diese Tipps und Sie werden nie wieder arbeiten müssen. Aber jammern Sie natürlich, dass Ihre Arbeitslosigkeit an der wirtschaftlichen Lage und an den bösen Kunden liegt! Denn Sie selbst haben ja nie Schuld!

Lohnt sich ein Mahnverfahren?

Diesen Monat musste ich nach langer Zeit tatsächlich mal wieder einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen, der glücklicherweise seine Wirkung gezeigt hat. Und da dachte ich, ziehe ich mal Bilanz: Wie groß ist die Chance, an sein Geld zu kommen, wenn der Kunde nicht innerhalb der gesetzten Frist bezahlt? Völlig unrepräsentativ kann ich dabei nur auf meine Erfahrungen zurückgreifen.

Wie viele Kunden in ich den über 20 Jahren meiner Zeit als freiberufliche Übersetzerin an die Rechnung erinnern musste, kann ich nicht mehr nachvollziehen, nur noch das, was danach geschah, wenn nichts geschah:

Versandte Mahnungen: 9   

Die Mahnpauschale setze ich erst seit ein paar Jahren an. Davor hatte ich eine Zeit, in der ich mir Kunden nicht so genau angeguckt habe und recht häufig anmahnen musste. Das war so vor 12 Jahren und betraf insgesamt 4 Kunden innerhalb von 1–2 Jahren. Danach noch einer vor 9 Jahren ohne Mahnpauschale und in den letzten 2 oder 3 Jahren kamen noch 3 Kunden hinzu, die eine Mahnung mit Mahnpauschale in Höhe von 40 Euro plus Verzugszinsen erhalten haben. Einer sogar zwei. (Zwischen den zwei Mahnungen hat er zuverlässig bezahlt!)  Erfolgsbilanz der Mahnungen: 3 der 9 angemahnte Rechnungen wurden beglichen.

Beantragte gerichtliche Mahnbescheide: 5

Die besagten 4 Kunden vor 12 Jahren haben alle einen gerichtlichen Mahnbescheid erhalten und einer diesen Monat. 3 gerichtlichen Mahnbescheiden wurde kommentarlos widersprochen, zwei wurden ignoriert. In einem ignorierten Fall wurde die Rechnung mitsamt Mahnpauschale, Kosten für den gerichtlichen Mahnbescheid und Verzugszinsen dennoch innerhalb der vom Mahngericht gesetzten Frist beglichen.

Öffentliches Petzen: 4

Vier Fälle, in denen die Kunden trotz Mahnung nicht bezahlt haben, habe ich in meinem Blog bzw. auf Facebook oder Twitter öffentlich gemacht (teilweise sogar noch nachzulesen hier und hier und hier und hier). Mit Nennung der Namen berichtet, wie die Sache gelaufen ist. In zwei Fällen ohne gerichtlichen Mahnbescheid und in zwei Fällen, nachdem dem gerichtlichen Mahnbescheid widersprochen wurde. In 3 dieser 4 Fällen wurde die Rechnung daraufhin beglichen.

Beantragte Vollstreckungsbescheide: 1

Aufgrund des anderen ignorierten gerichtlichen Mahnbescheids konnte ich problemlos einen Vollstreckungsbescheid beantragen. Der leider ins Leere lief, weil die Kundin bereits die eidesstattliche Versicherung abgegeben hatte; immerhin konnte ich sie daraufhin wegen Leistungsbetrugs anzeigen. Vor Gericht hat sie dann versprochen, die Rechnung zu begleichen, um nicht verurteilt zu werden, und das hat sie auch getan.

Geführte Prozesse: 1

In einem Fall, in dem dem gerichtlichen Mahnbescheid widersprochen wurde und in dem auch öffentliches Petzen nicht geholfen hat, habe ich den Kunden verklagt und den Prozess gewonnen. Der Gerichtsvollzieher hat das Geld in Raten bei ihm abgeholt und an mich weitergeleitet. Ich war selbst nicht beim Prozess zugegen, das hat mein Anwalt erledigt (den der Kunde ebenfalls bezahlen musste), aber es war wohl eine klare Sache.

Ich habe also in 100 % der Fälle das Geld für meine geleistete Arbeit erhalten; mal früher und mal später. Nach meiner persönlichen Erfahrung lohnt es sich also immer, den regulären Weg des Mahnverfahrens zu bestreiten. Und je mehr das konsequent durchführen, desto mehr Kunden machen die Erfahrung, das es nicht folgenlos ist, eine Rechnung einfach nicht zu bezahlen! Und desto weniger versuchen es hoffentlich gar nicht erst, und desto weniger Freiberufler müssen unter solchen Nichtzahlern leiden.

Mehr zum Thema Forderungsmanagement in einem älteren Beitrag: Forderungsmanagement

Der Vollständigkeit und Fairness halber muss ich dazu sagen, dass ich in insgesamt 3 Fällen in den letzten 20 Jahren nichts unternommen habe. Der erste hat sich ganz klassisch totgestellt und ich habe es bei einer Zahlungserinnerung belassen; das ist 20 Jahre her und ich wusste es nicht besser. Ärgert mich heute immer noch. Der zweite Fall ist um die 10 Jahre her; das war eine Agentur in England. Die hatte mir drei Texte zur Übersetzung gegeben; alle wurden nacheinander abgegeben, Korrektur gelesen und abgenommen. Der Kunde der Agentur jedoch war nicht glücklich, und natürlich war ich schuld und nicht etwa der Korrekturleser oder die Agentur, die meine Übersetzung ja abgenommen hatte. Dennoch wollte ich mir den Stress mit einem Prozess in England, in dem meine Übersetzung auseinandergenommen wird, nicht antun. Und dann war da noch der Direktkunde in Deutschland, dessen Website ich direkt online übersetzt habe, und als ich fertig war, habe ich die Rechnung erstellt, die ignoriert wurde; erst Wochen später wurde behauptet, ich hätte nur die Hälfte der Websitetexte übersetzt. Leider konnte ich nicht nachweisen, dass die andere Hälfte der Texte bei Auftragserteilung noch gar nicht online und somit auch nicht Bestandteil meines Kostenvoranschlags war, und habe mich mit der Kürzung der Rechnung um 50 % zufriedenstellen lassen. Und habe daraus gelernt, niemals wieder Websitetexte direkt in der Website zu übersetzen, ohne dass die konkrete Textmenge vorher festgelegt wurde!