Black Friday

Wer noch keine OCR-Software (Texterkennung) hat, sollte heute zuschlagen, denn den Abbyy FineReader 12 Professional gibt es nur heute für schlappe 50 Euro hier.

Ich habe ihn schon eine ganze Weile (und damals gut das doppelte bezahlt) und möchte ihn nicht mehr missen. Vor allem zum Erstellen von Angeboten von Texten, die nur als eingescanntes PDF oder als Bilddatei vorliegen (Urkunden!) ist der unverzichtbar.

Da ich den FineReader schon nutze, aber kaum an einem Sonderangebot vorbeigehen kann, habe ich mir den auf derselben Seite für 20 Euro brutto erhältlichen PDF Transformer gegönnt. Ich lese ja gern und viel druckfertige PDFs Korrektur, und mit dem Transformer kann ich dann nicht nur markieren und Kommentare einfügen, sondern auch Texte durchstreichen und so. Außerdem kann man damit mehrere PDFs zu einer Datei zusammenfügen – es gibt ja Kunden, die ihre 23432 Urkunden gerne in einzelnen PDFs versenden; wenn ich diese alle zusammenfügen kann, muss ich nur eine PDF durch die Texterkennung jagen, wodurch die Angebotserstellung hoffentlich nicht mehr so lange dauert.

Könnt ihr alles von der Steuer absetzen 🙂

 

Ein bisschen Mathematik

Ein bisschen Mathematik muss sein, wenn man Unternehmer ist, und ich hoffe, es ist kein Vorurteil, wenn ich behaupte, dass wir Sprachmittler mit Zahlen oft so unsere Schwierigkeiten haben. Deshalb hier ein paar Rechnungen, die man als Übersetzer immer gebrauchen kann.

Dreisatz

Schon mal gehört, oder? Damals, in der Schule? Es gibt vermutlich nicht viel  aus dem Mathematikunterricht, was man im späteren Leben noch gebrauchen kann, doch der Dreisatz gehört definitiv dazu. Wenn beispielsweise die 125-g-Packung Schokolade 1,99 € kostet und die 150-g-Packung 2,49 €, welche ist dann billiger? Dafür brauchen wir den Dreisatz:

125 g kosten 1,99 €

Ergo kostet 1 g 1,99 € : 125 = 0,01592 €

Ergo kosten 150 g 0,01592 x 150 = 2,38 €

Ergo ist die 125-g-Packung billiger als die 150-g-Packung.

 

Der Dreisatz hilft jedoch nicht nur bei Schokolade, sondern auch bei der Prozentrechnung:

Ein Buch kostet 14,80 € brutto und wir möchten den Nettobetrag errechnen.

14,80 € sind 107 % (100 % Nettobetrag plus 7 % Umsatzsteuer)

Ergo entspricht 1 % = 14,80 € : 107 = 0,1383

100 % sind somit 0,1383 € x 100 = 13,83 €

 

Das waren die Aufwärmübungen. Alles klar?

Nächste Aufgabe: Wir stellen eine Rechnung über 500 Euro aus. Der Kunde wird per PayPal bezahlen und übernimmt die Gebühren. Die PayPal-Gebühren betragen 1,9 % des Zahlbetrags plus 0,35 €. 500 € plus 1,9 % wäre nicht schwierig zu errechnen, aber die 1,9 % fallen ja auf den Zahlbetrag an, nicht auf den ursprünglichen Rechnungsbetrag – und den haben wir noch gar nicht.

Der Zahlbetrag entspricht 100 %

500 € (Rechnungsbetrag) + 0,35 € = 500,35 € sind 100 % – 1,9 % = 98,1 %

1 % sind somit 500,35 : 98,1 = 5,1004 €

Damit wären 100 % und somit der Zahlbetrag 510,04 €

Wir rechnen zurück: Der Kunde zahlt 510,04 Euro per PayPal, wovon PayPal 1,9 % + 0,35 € abzieht:

510,04 € – 9,69 € -0,35 € = 500 €

 

Ja? Nächste Aufgabe: Ein Kunde aus einem Nicht-EU-Land zahlt den Rechnungsbetrag über 500 € per PayPal und es kommen nur 478 € bei uns an. Wie hoch ist der Prozentsatz, den PayPal einbehalten hat, damit wir den auf die nächste Rechnung draufschlagen können?

500 € sind 100 %

Ergo 5 € = 1 %

Nun teilen wir 478 € durch 5 € = 95,6 %.

Das bedeutet, dass wir 95,6 % des Rechnungsbetrags erhalten haben und PayPal somit 100 % – 95,6 % = 4,4 % einbehalten hat.

Nicht schwierig, wenn man’s erst mal kapiert hat. Fragen? Fragen!

Wie erhöhe ich meine Preise?

Ich bin bei Facebook in eine interessante Gruppe für Übersetzer geraten, in der eine Kollegin erzählte, sie habe bei einer Agentur zum Jahreswechsel ihre Preise erhöht und die hat natürlich reagiert, indem sie sagte, dass die Kollegin dann wohl kaum mehr Aufträge erwarten könne. Das passiert einem bei Agenturen vermutlich häufiger. Aber was ist die Alternative? Ewig zu denselben Preisen arbeiten? Ganz sicher nicht.

Stellen Sie sich vor, in Ihrer Straße gibt es zwei Discounter. Bei beiden kostete die Butter bisher 79 Cent, und der eine erhöht den Preis auf 99 Cent. Dann würden Sie die Butter lieber beim anderen Discounter kaufen, wo sie genauso gut schmeckt, oder? Macht die Agentur nicht anders.

Und nun stellen Sie sich vor, ein paar Häuser weiter gibt es einen Feinkostladen, bei dem die Butter 1,99 Euro kostet, dafür aber von handgestreichelten, superglücklichen Kühen stammt, von tibetischen Mönchen wunderschön verpackt und mit Ihrem Namen versehen wird und außerdem ist der Verkäufer umwerfend nett, schenkt ihrer Tochter beim Einkauf jedes Mal einen Müsliriegel, plaudert mit Ihnen und weiß genau, was Sie gerne kaufen – und bestellt das auch für Sie. Ruft an, wenn die Lieferung da ist. Na? Jetzt fangen Sie an zu überlegen, ob Sie die Butter noch beim Discounter kaufen, oder? Bei so einem netten Verkäufer hat man ja fast das Gefühl, ihn zu betrügen, wenn man zum Discounter geht, oder? Oder Sie kaufen weiterhin beim Discounter, aber wenn besonderer Besuch kommt, holen Sie für den die teure Butter vom Feinkostladen. Und wenn der den Preis für die Butter mal um 20 Cent erhöht, ändern Sie vermutlich nichts an Ihrem Einkaufsverhalten, denn er ist ja immer noch so nett und die Butter immer noch konkurrenzlos lecker.

Und genau da müssen Sie hin. Ein Discounter wird nicht zum Feinkostladen, wenn er die Preise erhöht, aber die Produkte und den Service unverändert lässt.

Das Blöde ist: Selbst, wenn der Discounter seinen Laden komplett zum Feinkostladen umbaut, Feinkostprodukte anbietet und einen supernetten Verkäufer einstellt, werden ihm alle bisherigen Kunden weglaufen. Die gehen zum anderen Discounter, weil es nunmal Discounter-Kunden sind. Als Feinkostladen muss der Ex-Discounter neue Kunden anwerben: Feinkostladenkunden. Und die kommen, wenn er sich entsprechend herumgesprochen hat.

Wie erhöhen Sie also Ihre Preise? Indem Sie neue Kunden anwerben. Durch eine professionelle Website, professionelles Auftreten, echten Service … ich habe ein ganzes Buch darüber geschrieben. Sie müssen den neuen Kunden für Ihre neuen Preise auch eine entsprechende Gegenleistung bieten. Einen Feinkostladen werden Sie ja auch nicht in einem Abbruchhaus finden. Behalten Sie Ihren Discounter, so lange Sie ihn zum Überleben brauchen, aber richten Sie sich daneben einen Feinkostladen ein, mit dem Sie Feinkostladenkunden zu Feinkostladenpreisen anwerben. Und wenn der Feinkostladen läuft, können Sie den Discounter schließen. Vielleicht werden ein paar Discounterkunden zu Feinkostladenkunden. Und wenn nicht, so what? Ein anderer Discounter freut sich und Sie haben ja Ihren Feinkostladen. Und dort vielleicht weniger Kunden, aber die kennen Sie persönlich und die kommen genau wegen Ihnen – und nicht, weil sie irgendeine x-beliebige Butter brauchen. Und die verzeihen Ihnen dann auch Preiserhöhungen.

Änderungen seit der 2. Auflage

Und schon wieder sind zwei Sachen in der zweiten Auflage nicht mehr aktuell.

Erstens gibt es die Google Authorship nicht mehr; die hat Google im Sommer abgeschafft, d. h. bei den Suchanfragen werden keine Fotos mehr gezeigt. Was ich echt doof finde, aber mich fragt ja keiner.

Der zweite Punkt betrifft das Mahnverfahren. Informationen, die das Schuldnerregister ab 1. Januar 2013 betreffen, werden nicht mehr von den Amtsgerichten erteilt, sondern man muss sich auf www.vollstreckungsportal.de registrieren, um Einsichtnahme in die entsprechenden Daten zu bekommen. Man bekommt eine PIN-Nummer per Post, die man zur Bestätigung der Registrierung benötigt; nach Erhalt der PIN-Nummer und Eingabe der Nummer über einen Freischaltungslink hat man Zugriff auf das Vollstreckungsportal, worauf mich ein Leser, der diese Erfahrung leider machen musste, hingewiesen hat.

Eine Änderung gibt es ab dem 1.1.2015 für Übersetzungen für Privatkunden aus dem EU-Ausland. Bisher haben wir diesen die deutsche Umsatzsteuer in Rechnung gestellt, ab Januar muss es der Umsatzsteuersatz des Landes sein, in dem der Privatkunde sitzt. Mehr dazu beispielsweise hierEdit: Laut dem Umsatzsteuerratgeber von Triacom gilt diese neue Regelung doch nicht für Übersetzungen.

Seit dem 29.7.2014 belaufen sich die Verzugszinsen für Unternehmenskunden auf 9 % minus dem Basiszinssatz und nicht mehr 8 %. Außerdem dürfen Sie bei Unternehmenskunden inzwischen eine Mahnpauschale in Höhe von 40 Euro berechnen. Näheres hier.

Aber nun: Genießen Sie die Weihnachtszeit und kommen Sie gut ins neue Jahr!

 

Korrektorat einer druckfertigen PDF

Wenn Sie mal einen Text übersetzen und dieser vom Kunden oder der Agentur mit InDesign o. Ä. gesetzt wird und Sie dann gebeten werden, die daraus erstellte druckfertige PDF Korrektur zu lesen, füge Sie diese Korrekturen am besten durch Kommentare ein. Beim kostenlosen Adobe Reader, den jeder auf seinem Computer haben dürfte, gibt es oben in der Toolleiste diese praktischen Funktionen:

PDF1Mit Klick auf das „T“ mit dem Stift können Sie Textstellen markieren. Nach anschließendem Klick auf die Sprechblase daneben können Sie auf die entsprechende Textstelle klicken und einen Kommentar einfügen.

Sollten diese zwei Funktionen nicht erscheinen, ist Ihr Bildschirm vielleicht zu klein:

pdf2

Dann erscheinen die Funktionen mit Klick auf den Pfeil nach unten.

So sieht der Kommentar dann aus:

PDF3

Den Namen ändern Sie, indem Sie oben links in der Ecke auf den Pfeil zwischen Sprechblase und Namen klicken. Dort auf „Eigenschaften“ und dann auf den Tab „Allgemein“. Hier können Sie den Namen des Verfassers ändern. „Eigenschaften als Standard speichern“ ankreuzen, mit OK speichern und fertig!

Wenn es sich um eine fremdsprachige Datei handelt, insbesondere, wenn diese Fremdsprache eine andere als die lateinische Schrift verwendet, achten Sie darauf, diese Kommentare so klar zu formulieren, dass der Setzer die Änderungen einfach aus ihrem Kommentar in den Text kopieren kann.

Dieses Wissen kann man immer gebrauchen 🙂